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Tipps

Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen?

Je nach Standpunkt nennen wir die Kinder lebhaft oder aufgeweckt, verträumt oder konzentrationsauffällig. Es ist aber auch unbestreitbar, dass die Reizüberflutung unserer Welt mit dazu beiträgt, wenn sich Kinder nicht auf eine Sache konzentrieren können. Aber bitte, bei allem Engagement sollten wir nicht vergessen: den „Hans guck in die Luft“ und den „Zappelphilipp“ gab es auch schon in Wilhelm Buschs Struwwelpeter. Häufig berichten mir Pädagogen, dass sie den Stundenanfang sehr oft als besonders schwierig empfinden. Insofern als es nicht immer gelingt, in angemessener Zeit Ruhe herzustellen. Manchmal herrscht besondere Unruhe in der Klasse, ohne ersichtlichen Grund. Dann scheint es aber wieder gut zu klappen. Diese Inkongruenz stellt viele Pädagogen vor zusätzlichen Herausforderungen. Sehr zu empfehlen ist hier die Methode des „Ignorierens am positiven Modell“ und die Methode „Schallplatte mit Sprung“ (Broken –record –technique)

  1. Im Prinzip weiß jede Lehrkraft genau, wann Kinder noch nicht zur Ruhe gekommen sind:
    • Wenn der Lärmpegel zu hoch ist
    • Wenn einzelne Schüler Unruhe stiften
    • Wenn sie mit den Freunden noch schwätzen
    • Wenn sie nicht auf ihrem Platz sind
    • Wenn sie jausnen, trotz Unterrichtsbeginn
    • Wenn sie noch unnötigerweise zur Toilette gehen
  2. Es kann aber auch andere Ursachen haben, wo Schüler nur bedingt verantwortlich sind:
    • Wenn es in der Klasse zu warm ist
    • Wenn es in der Klasse zu warm ist
    • Wenn bei einer Vertretungskraft „Grenzen ausgetestet werden“
    • Wenn Kinder Zuwendung und Aufmerksamkeit suchen
    • Wenn der Pädagoge selbst nur geringe Erwartung an ein angemessenes Verhalten im Unterricht hat.

    In der Praxis des Unterrichts selbst hat es sich als besonders günstig erwiesen, bestimmte Regeln und Rituale einzuführen. Hier muss aber der Pädagoge selbst herausfinden, was zu seinem Stil passt. Damit solche Regeln funktionieren, sollte man sie nicht zu sehr miteinander mischen. Günstig ist es, mehrere Tage mit einer Methode zu arbeiten und erst dann zu wechseln. Wichtig ist es den Schülern zu erklären, welche Zielvorstellung man hat, erläutert das Verfahren und vermeidet lange und moralische Ausführungen, weil die Kinder in der Regel „abschalten“, also nicht mehr zuhören.

  3. Pädagogen berichten, wie ihre Techniken für den Unterrichtsbeginn sind:
    • Die Lehrkraft beginnt den Unterricht mit einem freundlichen „Guten Morgen“, die Schüler antworten gemeinsam.
    • Die Lehrkraft steht vor der Klasse, begrüßt, schweigt danach (manchmal vergebens) bis Ruhe eintritt
    • Die Lehrkraft beginnt sofort mit dem Unterricht in der Hoffnung, dass die Klasse in absehbarer Zeit zuhört, um Wichtiges nicht zu verpassen
    • Die Lehrkraft formuliert in der ersten Stunde ihre Vorstellungen und hofft, dass sie akzeptiert werden.
    • Die Lehrkraft läutet mit einer Glocke oder schlägt ein Tamburin oder etwas Ähnliches, um den Unterrichtsbeginn zu signalisieren.
    • Die Lehrkraft veranstaltet einen kleinen Wettbewerb, wer am Besten und am Schnellsten ruhig sein kann. Der Sieger bekommt eine kleine Belohnung.
    • Wenn die Lehrkraft den Raum betritt, stehen alle Kinder auf. Dies funktioniert erheblich besser, als man denkt und wird von den meisten Kindern sehr gerne wahr genommen, weil sie sich dabei bewegen können!
    • Die Lehrkraft arbeitet mit einer Sanduhr, die langsam abläuft. Danach sollte Ruhe eingekehrt sein.

    Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Großteil der Unterrichtszeit für Ermahnungen und Versuche, in der Klasse Ruhe zu bekommen, verloren geht. Bei manchen Schultypen ergaben sich erschreckende Ergebnisse: 10 Minuten effektive Unterrichtszeit waren möglich (Rhode G., Jenson, W.R & Reaves, 2016, Practical classroom, Sopris West).

  4. Ursachen für Unruhe in der Klasse können sein:
    • Der Unterricht ist langweilig
    • Einer oder mehrere Schüler verstehen nicht, was von ihnen erwartet wird
    • Der Schüler sucht Aufmerksamkeit über sein störendes Verhalten (Klassenclown)
    • Der Schüler ist krank
    • Der Schüler hat persönliche Probleme
    • Der Unterrichtsstoff ist zu schwer
    • Die Arbeitsphase ist zu lange.

    Jede Lehrkraft braucht ein Signal, mit der sie schnell die Aufmerksamkeit der Schüler erreicht und es ihr ohne großen Zeitverlust, möglich macht, Anweisungen oder Arbeitsaufträge zu verteilen. Ähnlich einem Dirigenten (Taktstock) oder einem Schiedsrichter (Trillerpfeife).